EU und Kanada unterzeichnen Digitalabkommen, bei CETA fehlen neun Staaten
Der BGA begrüßt das Abkommen zum digitalen Handel und verlangt, das Handelsabkommen CETA endlich vollständig zu ratifizieren.
Das Wichtigste
- Die EU und Kanada haben ein Abkommen zum digitalen Handel unterzeichnet.
- Der Verband BGA sieht darin Vorteile für Außenhandel und Mittelstand sowie ein Signal für den regelbasierten Welthandel.
- Das Freihandelsabkommen CETA wird seit 2017 vorläufig angewandt, für neun EU-Staaten steht die Ratifizierung noch aus.
Die Europäische Union und Kanada haben ein Abkommen zum digitalen Handel unterzeichnet. Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), sieht darin vor allem Chancen für den Außenhandel: „Wenn Unternehmen ihre Geschäfte einfacher, schneller und rechtssicherer abwickeln können, spart das Zeit und Kosten – gerade im Mittelstand.“ Während weltweit neue Zölle und Handelshemmnisse entstünden, bauten die EU und Kanada Hürden ab. Das sei „ein wichtiges Signal für den regelbasierten Welthandel“.
Die Vorarbeit reicht bis 2025 zurück. Beim EU-Kanada-Gipfel im Juni 2025 in Brüssel kündigten beide Seiten ein Digitalhandelsabkommen an, das das Handelsabkommen CETA ergänzen soll.[1] Im März 2026 eröffneten Handelskommissar Šefčovič und Kanadas Handelsminister Sidhu in Toronto die Verhandlungen dazu.[2]
CETA wird seit dem 21. September 2017 vorläufig angewandt, und nach Angaben der Kommission entfallen Zölle auf 99 Prozent aller Zolllinien.[3] Voll wirksam wird das Abkommen erst, wenn alle nationalen und teils regionalen Parlamente der EU-Staaten zustimmen.[3] Stand 2026 haben 18 EU-Staaten ratifiziert; Belgien, Bulgarien, Zypern, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien und Polen fehlen noch.[2]
Der Handel ist seither gewachsen: Nach einer gemeinsamen Erklärung der Kommission und Kanadas vom 5. März 2026 legte der Warenhandel seit Beginn der vorläufigen Anwendung um über 75 Prozent zu, der Dienstleistungshandel um 97 Prozent.[2]
Scharf kritisiert Jandura, dass CETA zehn Jahre nach der Unterzeichnung noch immer nicht vollständig ratifiziert ist: „Das ist ein handelspolitischer Skandal.“ Kanada sei ein strategisch wichtiger Handelspartner, Unternehmen müssten ihre Absatz- und Beschaffungsmärkte breiter aufstellen können. „Wirtschaftliche Sicherheit entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch verlässliche Partner und vielfältige Handelsbeziehungen“, sagt Jandura. Seine Forderung: „Die ausstehenden Ratifizierungen müssen endlich erfolgen.“
Quellen
- Pressemitteilung: BGA Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V., 30. Oktober 2026, „EU-Kanada-Gipfel: BGA begrüßt geplantes Abkommen zu digitalem Handel“. https://www.presseportal.de/pm/6564/6381158. Verbreitung laut Angabe über news aktuell (ots); Eigenangaben des Herausgebers, nicht unabhängig geprüft.
Hintergrund
- Europäische Kommission (gemeinsame Erklärung EU und Kanada): Joint Statement following the European Union – Canada 2025 Summit: Enduring Partnership, Ambitious Agenda, 23. Juni 2025
- Europäische Kommission (GD Handel und wirtschaftliche Sicherheit): Driving shared prosperity: Boosting EU–Canada trade through CETA (gemeinsame Erklärung zur fünften Sitzung des CETA-Gemischten Ausschusses), 5. März 2026
- Europäische Kommission (GD Handel und wirtschaftliche Sicherheit): EU-Canada Comprehensive Economic and Trade Agreement (CETA) and Digital Trade Agreement, 2026
